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Multiple parallele Fermentation

Wir haben es bei der Gärung von Sake als besonderes Charakteristikum mit einer „multiplen parallelen Fermentation” zu tun.

Im Unterschied etwa zur Wein-Gärung, die eine „einfache Fermentation” ist. Denn dort ist der Zucker in den Trauben von Anfang an vorhanden und es wird mittels Hefe nur in einem einfachen Vorgang fermentiert, also in Alkohol umgewandelt.
 
 

1 Vorbereitung 2 Koji-Herstellung 3 Starter-Maische 4 Hauptmaische, Gärung
5 Nachbehandlung Wasser | Reis Koji | Hefe Multiple par. Fermentation

Beim Bier ist es schon eine Stufe komplizierter. Denn im Getreide ist kein Zucker enthalten, sondern nur Stärke. Diese wird im ersten Schritt, beim Malzen, in Zucker umgewandelt. Wenn dieser Vorgang beendet ist, wandelt im zweiten Schritt die Hefe diesen Zucker in Alkohol um. Hier handelt es sich um „multiple Fermentation”. Die jedoch noch nicht „parallel” ist, weil die beiden Schritte nacheinander stattfinden, nicht gleichzeitig.

Beim Sake jedoch wandelt während der Gärung der Koji-Schimmel laufend die Reisstärke in Zucker um, während, parallel dazu, die Hefe diesen Zucker in Alkohol umwandelt. Das Bemerkenswerte (und Schwierige) daran ist, dass die beiden Prozesse gleichzeitig ablaufen.

Diese beiden parallelen Vorgänge müssen unbedingt in Balance gehalten werden. Denn wenn man zum Beispiel den Koji gleich die ganze vorhandene Menge an Stärke in Zucker umwandeln ließe, dann würde der Stoffwechsel der Hefe unterdrückt. Sie würde weder weiter den Zucker aufessen noch Alkohol produzieren. Die Fermentation würde innehalten. Der Sake wäre ziemlich süß.

Deswegen wird dafür gesorgt, dass der Koji die Stärke kontinuierlich umwandelt, gestreckt über einen Zeitraum von zwanzig bis dreißig Tagen. Die Zucker-Konzentration darf nicht über ca. 2% steigen. (Einfach gesagt. Es gibt im Brauprozess einige komplexe Methoden hierzu.) So wird die Hefe kontinuierlich mit Zucker gefüttert, aus dem sie ständig kontinuierlich Alkohol erzeugt. Dadurch kann die Hefe sich über einen langen Zeitraum nähren und so viel Alkohol produzieren, wie in keinem anderen fermentierten Getränk, nämlich bis zu 20%.

Bei diesem komplexen Sake-Brauprozess kann eine fast unvorstellbare Reihe an Komplikationen auftreten. Ein weiteres Beispiel: Der Reis ist nicht weich genug gedämpft und zu hart für den Koji. Er kann nur sehr wenig Zucker produzieren. Die Hefe frisst den vorhandenen Zucker vollständig auf. Der Sake wird keine Süße mehr haben, er wird sehr trocken.

Mehr zu Multiple parallele Fermentation bei:
4. Hauptmaische, Gärung