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Das Polieren wird heute von den Brauereien meist außer Haus vergeben,
was nicht billig ist und viel Vertrauen erfordert. Einige Brauereien haben
auch eigene Poliermaschinen.
Beim Polieren fällt eine Menge feines Reismehl an. Besonders das
hochqualitative Reismehl aus den höheren Polierraten kann man weiterverarbeitet
in japanischem Gebäck und Kuchen wieder finden.
Reis Waschen (Senmai)
Nach dem Polieren werden die Reiskörner gewaschen, um die Reste
des Reismehls zu entfernen. Dabei muss man aufpassen. Denn durch die Reibung
beim Polieren erhitzen sich die Reiskörner und werden relativ trocken.
Wenn man sie zu früh in Kontakt mit dem Wasser bringt, können
sie brechen. Daher wartet man ab und lässt die Körner regenerieren,
bevor sie gewaschen werden.
Das Waschen erfolgt meist maschinell, indem der polierte Reis durch eine
Röhre mit Wasser gepumpt wird. Sehr hoch polierte Reiskörner
werden jedoch ihrer Empfindlichkeit und Kostbarkeit halber immer von Hand
gewaschen.
Einweichen (Shinseki)
Um die richtige Konsistenz der Körner für das Dämpfen
am nächsten Tag zu erreichen, müssen sie erst wieder Wasser
aufsaugen. Sie werden eingeweicht. So können Sie später besser
Wärme leiten und erhalten die richtige Textur zum folgenden Dämpfen.
Die Textur des gedämpften Reises ist nämlich wichtig für
die anschließende Koji-Schimmel-Kultur. Und diese wiederum beeinflusst
die spätere Gärung.
Schon hier wird klar: ein Fehler in einem der Prozesse der Sake-Herstellung
beeinflusst die gesamte aktuelle Sake- Produktion. Dieser Dominoeffekt
erfordert äußerste Wachsamkeit der Braumeister in jedem Moment.
Die Dauer des Einweichens hängt von der Polierrate der Reiskörner
ab. Je höher poliert, umso schneller dringt das Wasser ein.
Dämpfen (Jomai)
Am nächsten Morgen wird der Reis gedämpft. Dadurch werden die
Reiskörner sterilisiert. Sie sollten eine feste Hülle behalten
und im Kern weicher werden (jedoch nicht so weich wie Essreis). Die Stärkekerne
werden so angebrochen. Das erleichtert später dem Koji-Schimmel die
Verbreitung.
Das Dämpfen dauert zwischen zwanzig und sechzig Minuten. Traditionell
benutzt man einen großen Kessel (koshiki), in dem der Reis
über eine Metallwanne mit kochendem Wasser gesetzt wird. Durch Löcher
im Boden kann Dampf eindringen. Mit dieser Methode lassen sich jedoch
nur kleinere Mengen umsetzen.
Alternativ gibt es seit 1950 Reis-Dämpf-Maschinen. Der Reis wird
auf einem Förderband gedämpft. Mit dieser Technik erreicht man
pro Tag ein Vielfaches an Ergebnis im Vergleich zur traditionellen Methode.
Beide Methoden werden von den Brauereien eingesetzt, je nachdem, welche
Qualität und Menge sie erzeugen möchten.
Abkühlen (Horei)
Nach dem Dämpfen wird der Reis in zwei Gruppen geteilt. Ein Großteil
wird abgekühlt, entweder unter Ventilatoren oder in der kalten Winterluft.
2030% werden für höhere Zwecke in einen
wärmeren Raum abgesondert. Dieser kleinen, aber feinen Reisladung
wird dort der magische Koji-kin hinzu gegeben, der Edelschimmel
Aspergillus Oryzae.
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