| Durch geologische und chemische Analysen hat
man die Zusammensetzung des Miyamizu-Wassers herausgefunden. Es speist sich
aus drei Quellen: unterirdisches Wasser aus dem nahe gelegenen Shukugawa-Fluss,
mineralreiches Wasser, das vom Berg Rokko herabfließt und Meerwasser
von der Nishinomyia-Küste. Das Wasser wird durch eine Schicht fossiler
Muscheln gefiltert, wenn es zur Oberfläche kommt.
Entscheidend ist das Zusammenspiel der drei Quellen. Ein Beispiel dafür:
Das Wasser vom Berg ist reich an Karbonaten, Phosphaten und Kalium, die
alle drei für das gute und rasche Gedeihen der Sake-Hefekultur sehr
wichtig sind. Es hat jedoch auch eine hohe Eisenkonzentration, was den
Sake verschlechtern würde. Dieses Eisen jedoch wird durch Säuren
im Wasser des Flusses, mit dem es sich mischt, oxidiert und dann durch
die fossile Muschelschicht ausgefiltert.
Fast überall, wo Sake-Brauereien existieren, findet sich auch eine
gute Quelle. Heutzutage ist das nicht mehr ganz so gravierend wie früher.
Denn man kann Wasser, das eine gute Basis mitbringt, noch verbessern,
zum Beispiel durch Filterung. (Was auf Grund der belasteten Umwelt sowieso
sehr oft nötig ist.)
Wasser wird auch in Japan in hartes Wasser (kosui) und weiches
Wasser (nansui) eingeteilt. Das harte Wasser unterstützt eine
intensive Fermentation, die zu einem sauberen, kräftigen Sake führt.
Weiches Wasser kreiert eher weicheren Sake mit einer runden, sanften Geschmacksentfaltung.
Reis
Abgesehen vom Wasser ist Reis die wichtigste Zutat für Sake. Zur
Sake-Herstellung bestimmter Reis wird Sakamai genannt. Er stammt
wie der Essreis in Japan von der Rundkorn-Sorte Japonica ab. Ansonsten
unterscheidet er sich jedoch sehr vom Essreis.
Der für die Sakeproduktion wichtigste Unterschied ist, dass die
Körner des Sakamai mehr Stärke enthalten als die des Essreises.
Daher sind sie auch größer. Zudem konzentriert sich die Stärke
beim Sakamai im Inneren des Kornes. Man nennt diesen Kern Shinpaku
(weißes Herz) und er ist meist deutlich sichtbar. Die
Fette, Proteine und Mineralstoffe, die beim Essreis in größeren
Mengen vorhanden und im ganzen Korn verteilt sind, sammeln sich beim Sakamai
in den Außenschichten.
Das ist auch gut so, denn man interessiert sich bei der Sakeproduktion
hauptsächlich für die Stärke, die man mittels des Koji-Schimmels
in Zucker umwandeln möchte, damit dieser dann von Hefe in Alkohol
umgewandelt werden kann. Die Fette, Proteine und Mineralstoffe im Reiskorn
möchte man wiederum möglichst entfernen, da sie im Sake unerwünschte
Geschmacksirritationen erzeugen. Daher ist es günstig, dass diese
in den Außenschichten des Kornes liegen. Denn dort kann man sie
im gewünschten Grad wegpolieren.
Nicht nur die Sake-Reiskörner, sondern die gesamte Sake-Reis-Pflanze
ist größer als eine normale Reis-Pflanze. Durch Ihre Größe
ist die Pflanze leider auch empfindlicher gegen Wettereinflüsse,
speziell die japanischen Taifune. Außerdem benötigt Sake-Reis
guten Boden und gute Bewässerung. Gegen Chemikalien ist er relativ
empfindlich.
Und schließlich ist Sake-Reis der Größe der Pflanzen
halber schwierig zu ernten. Man kann keine Standardmaschinen einsetzen,
sondern erntet von Hand. Zusätzlich sind einige der Sakamai-Sorten
auch noch Späternte-Sorten, was höheres Risiko bedeutet. Die
Erntemengen von Sakamai sind eher klein, da die Qualität der Reiskörner
wichtiger ist als das Erntevolumen. Sake-Reis muss zum Brauen übrigens
frisch geerntet sein, denn Lagerung schadet dem Reis.
Wie man sich vorstellen kann, ist Sakamai erheblich teurer als Essreis,
der Preis liegt etwa dreimal so hoch. Das ist einer der Gründe, warum
ein Großteil der japanischen Sake-Produktion nicht mit Sakamai hergestellt
wird, sondern mit ganz normalem Reis. Die Premium-Sake-Sorten können
jedoch natürlich nicht auf Sakamai und seine herausragenden Eigenschaften
und Qualitäten verzichten.
Es gibt ca. sechzig unterschiedliche Sorten von Sake-Reis. Die Anzahl
verändert sich jedoch, einige werden schwach, dafür kommen neue
Sorten hinzu, meist durch Kreuzung.
Die unterschiedlichen Sakamai-Sorten gedeihen unter spezifischen Bedingungen
wie Bodenqualität und Klima in verschiedenen Regionen Japans. Teilweise
sind die Reissorten an den Sake aus der Region gebunden. Andere große
Sorten wiederum werden für die Sake-Produktion im ganzen Land eingesetzt.
Natürlich erzeugt jede Sorte ihren spezifischen Geschmack und das
Aroma für den Sake. Besonders, wenn sie noch mit den passenden Hefesorten
kombiniert wird.
Als beste Sake-Reissorte wird derzeit Yamadanishiki angesehen.
Andere große Reissorten sind Gohyakumangoku und Omachi,
gefolgt von Miyama Nishiki und Hattan.
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