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Nihonshu-Do

Der Nihonshu-Do ist ein Maß für den Süß-Trocken-Grad eines Sake (Nihonshu = „japanischer Sake”, Do=„Grad”).

Die Skala ist auf der Minus-Seite „süß” (amakuchi) auf der Plus-Seite „trocken” (karakuchi).

Die Mitte ist 0, was als theoretischer neutraler Wert angenommen wird. Die Skala ist nach unten und oben offen. Gängig sind derzeit Werte von 6 bis +12.
 

Name + Region Sake-Typ Reissorte Polierrate
Nihonshu-Do Säure Alkoholgehalt Trinktemperatur

Der Nihonshu-Do indiziert die Dichte des Sake in Relation zu der von Wasser. Er basiert darauf, dass Alkohol leichter ist als Wasser, während Glucose schwerer ist. Wasser bekommt den Wert +/–0. Sake mit einem Nihonshu-Do von +/–0 ist weder besonders trocken noch besonders süß, also neutral. Ein positiver Nihonshu-Do von z.B. +3 zeigt an, dass weniger Zucker da ist. Ein negativer Wert zeigt an, dass der Sake mehr Zucker enthält.

Der Zucker im Sake entsteht dadurch, dass Koji-Schimmel, die Stärke des Reises in verschiedene Zuckermoleküle umwandelt. Die Menge und die Arten des Zuckers hängen von der Art der Enzyme ab, die vom Koji produziert werden sowie von Gärungsmethode, -temperatur und -zeit. Einige Zuckerarten werden beim Gärungsprozess von Hefe in Alkohol und Kohlenstoffdioxid umgewandelt, einige nicht. Am Ende des Gärungsprozesses hat der unverdünnte Sake 20%-Alkoholanteil. Dazu bleibt noch ein Rest von unfermentiertem Zucker übrig. Die Kombination von leichterem Alkohol, schwererem Zucker und anderen, nicht fermentierten Elementen (z.B. Fette, Proteine) ergeben eine messbare Dichte in Relation zu Wasser.

Der Nihonshu-Do ist eine in sich schlüssige und verlässliche Maßeinheit. Allerdings gibt der Nihonshu-Do-Wert alleine lange nicht genug Informationen, um den Süß-Trocken-Charakter eines Sake beurteilen zu können.

In Kombination mit dem Zuckergehalt spielt der Säuregrad eine wichtige Rolle dabei, wie und ob man die Süße eines Sake schmeckt. Ein höherer Säuregehalt führt immer zu trockenerem Geschmack, ein niedriger zu süßerem Geschmack.

Dazu spielen persönliches Geschmacksempfinden und Geschmackskultur eine Rolle. Heutzutage wird ein Nihonshu-Do von +1 schon als eher süß empfunden und als neutrale Mitte empfinden viele +2 oder sogar +3. Das Geschmacksempfinden von Süße oder Trockenheit hängt auch davon ab, mit welchem Essen oder welchen anderen Sakesorten man den Sake kombiniert und bei welcher Temperatur man ihn trinkt.