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Sake-Gefäße

Es gibt eine Vielzahl von Gefäßen zum Sake trinken. Sake-Becher und Karaffen spielen eine wichtige Rolle in der uralten Keramikkultur Japans. Je nach Anlass, Trinktemperatur und persönlichem Geschmack kann man ein Gefäß auswählen. Erscheinung, Charakter und Tastgefühl eines Sake-Gefäßes sind natürlich Teil des Sake-Erlebnisses.
 

Trinktemperatur Sake-Gefäße Sake Verkosten Sake und Essen
Aufbewahrung und Lagerung    

Ochoko

Kleine Sake-Becher aus Keramik oder Porzellan. Es gibt sie in unterschiedlichster Form und Gestaltung, als Industrieprodukt oder handgefertigt und von hohem künstlerischem Wert.

Ochoko provozieren und unterstützen ideal die japanische Kultur des O-shaku. Man schenkt sich gegenseitig ein, sobald der Becher leer ist. Und dadurch, dass die Ochoko relativ häufig leer sind, kann O-shaku voll ausgelebt werden.

Aus O-choko kann man Sake jeder Temperatur trinken.

Kiki-choko

Eine spezielle Form von Ochoko, die beim professionellen Verkosten von Sake verwendet werden. Sie sind aus weißem Porzellan und haben im inneren Boden mehrere ineinander gesetzte tiefblaue Ringe (auch „Schlangenauge” genannt). Die Ringe sind nicht etwa dazu da, sich vor den Augen zu drehen, wenn man zu tief in den Sake-Becher geschaut hat. Sondern der weiße Hintergrund des Bechers hilft bei der Beurteilung der Farbe eines Sake. Und die blauen Ringe dienen zur Beurteilung der Transparenz. Dabei kommt es darauf an, wie die blaue Farbe durchkommt, aber auch, wie klar die Umrisse der Ringe zu sehen sind.

Guinomi

Diese Sake-Becher sind etwas größer als Ochoko und existieren ebenfalls in vielen Farben und Formen. Die etwas größere Form entstand, als man begann, Sake aus Teeschalen zu trinken. Praktisch für die, denen Ochoko zu klein sind.

Aus Guinomi kann man Sake jeder Temperatur trinken.





Tokkuri

Kleine Sake-Karaffen aus Keramik oder Porzellan für warmen Sake. Es gibt sie in vielen Formen. Meist haben sie einen verschmälerten Hals, damit die Wärme sich besser darin hält.

Folgende Standardgrößen gibt es für Tokkuri:
Ichigo = 1 go = 180 ml
Nigo = 2 go = 360 ml

Sake-Sets

Sake Sets sind Kombinationen aus einer Karaffe und zwei oder mehreren Sake-Bechern, die genau zusammen passen und zusammen gehören.

Masu oder Kimasu

Viereckige Becher aus Zedernholz. Das traditionelle Gefäß zum Sake-Trinken. Der Holzwürfel war ursprünglich ein Maß für Reis. Er fasst Ichigo = 1 Go = 180 ml. In der klassischen japanischen großen Sakeflasche sind 1,8 l, es passen genau 10 Masu Sake hinein. Traditionell werden Masu besonders bei großen Festivitäten verwendet, in denen auch häufig Sakefässer aus Zedernholz angeschlagen werden.

In Restaurants oder für Gäste zu Hause werden Masu zum Servieren von Sake oft auf eine Untertasse gestellt. Dann wird eingegossen, bis der Sake über den Masu überquillt. Ein Zeichen der Wertschätzung des Gastes und, dass genug Sake vorhanden ist.

Aus Masu trinkt man keinen warmen Sake.

Das Aroma und der Geschmack des Zedernholzes mischen sich beim Trinken mit dem Sake. Dies ist ein wunderbares Naturerlebnis. Es kann jedoch auch, je nach Feinheit des Sake, zu viel werden.

Masu gibt es auch lackiert oder aus Kunststoff.

Sake-Fässer oder Taru

Am häufigsten sieht man Sake-Fässer in Shinto-Schreinen als Opfergabe an die Götter, aufgestapelt zu hohen Wänden.

Mehr: Sake und Shinto

Sie bestehen aus Zedernholz, das mit Reisstrohseilen zusammengehalten wird. Der Sake nimmt das Aroma des Holzes auf. (In einem solchen Fass gereifter Sake ist Taru-zake.)

Es gibt auch kleinere Fässer. Manchmal wird der Sake auch erst zum Servieren in das Fass gefüllt. Und manchmal ist in einer „Fass-Attrappe” auch ein Keramikbehälter eingebaut.

Flache Schalen aus Lack

Sie werden nur bei zeremoniellen Anlässen der Shinto-Religion verwendet, wie zum Beispiel Hochzeiten. Sie sind sehr flach (etwa wie eine Untertasse) und man schlürft den Sake daraus.

Mehr: Sake und Shinto

Daiginjo-Gläser oder Weingläser

Jeden Sake, aber besonders feinen und duftigen Sake des Ginjo- oder Daiginjo-Typs kann man sehr gut aus Weißweingläsern trinken. Die Farbe des Sake und seine Klarheit zeigt sich darin sehr schön. Auch unterstützt das Weinglas die Entfaltung des Duftes, man kann es auch ein wenig schwenken. Mittlerweile gibt es auch spezielle tulpenförmige Daiginjo-Gläser.

Sake-Flaschen und Verpackungen

Seit ca. 1860 wird Sake in Flaschen abgefüllt. Die Standardgrößen in Japan sind:

- große Flasche Isshobin 1,8 l (issho = 1 sho = 1,8 l)
- mittlere Flasche Yongobin 720 ml (yongo = 4 go = 4 x 180 ml)
- kleine Flasche 300 ml

Es wird auch Sake im Glas verkauft, 100 ml, mit einem Frischhaltedeckel versiegelt. Einfach abziehen und schon hat man ein Glas Sake.

Sake ist lichtempfindlich, daher sind die Flaschen opak, braun oder grün getönt. Um den Sake noch besser zu schützen, haben manche Flaschen einen zusätzlichen Verpackungskarton.

Sake ist auch luftempfindlich. Deswegen haben die Flaschen Schraubverschlüsse.

Neben den Flaschen haben sich Tetrapackbehälter etabliert, in die jedoch nur einfacher Sake verpackt wird.