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Beim Namazake wird auf das Pasteurisieren verzichtet. Er hat also noch
aktive Mikroorganismen in sich und schmeckt sehr frisch mit viel Koji-Aroma.
Der Geschmack hat eine gewisse Sämigkeit und fühlt sich etwas
rauh an. Namazake wird am besten gekühlt serviert. Er ist seiner
Frische halber besonders im japanischen heißen Sommer sehr beliebt.
Wenn Namazake nicht verdünnt wird, was oft der Fall ist, dann ist
er Genshu.
Namazake ist jedoch sehr empfindlich. Er muss kontinuierlich gekühlt
werden und, einmal geöffnet, sofort getrunken werden.
Nama-chozu bedeutet frisch gelagert und ist
eine Variante des Namazake. Er wird während der Reifung unpasteurisiert
gelassen, aber danach einmal vor dem Abfüllen in Flaschen einmal
pasteurisiert.
Bei der Variante Nama-zume (frisch abgefüllt)
ist es genau umgekehrt, die einmalige Pasteurisierung findet vor dem Reifen
statt und beim Abfüllen wird nicht mehr pasteurisiert.
Beide sind ein wenig stabiler, als der reine Namazake und haben trotzdem
noch einen Teil der Frische des Namazake.
Nigorizake und Orizake
Nigorizake bedeutet trüber Sake. Er enthält
noch restliche Reis und Koji-Reis-Spuren, die ihn milchig machen.
Nigorizake entsteht, wenn man beim Herauspressen des Sake aus der Maische
gröbere Filter einsetzt, die einige der Reisteilchen hindurch lassen.
Oder, indem nach dem Pressen wieder Reisteilchen des sake kasu
(Sake Rest) hinzu gegeben werden.
Orizake ist eine Variante des Nigorizake. Sie entsteht, wenn nach
dem Auspressen der Sake wieder in Tanks gefüllt wird. Der Sake sieht
zunächst ganz klar aus. Aber nach einiger Zeit bildet sich am Boden
der Tanks noch eine Sedimentschicht aus restlichen Reisteilen, die nicht
im Filter der Presse hängen geblieben sind. Man nennt diesen Bodensatz
ori.
Die dazugehörige Technik des Herausfilterns dieses Bodensatzes heißt
ori-hiki. Man verwendet ori-hiki heutzutage nicht immer,
da die Filter in den Pressen relativ dicht sind. Beim Orizake wird die
Filtertechnik jedoch aus anderen Gründen nicht angewendet, nämlich,
weil man den Bodensatz mit in die Flaschen abfüllen möchte.
Es gibt Nigorizake in allen möglichen Konsistenzen, auch in sehr
dickflüssigen. Zum Trinken muss man die Flasche leicht schütteln,
damit die Reisteilchen sich vom Boden absetzen und mit dem Sake mischen.
Nigorizake ist sämig und hat im Geschmack noch Elemente von Hefe
und Koji, die an die Hauptmaische erinnern. Daran ist er dem Namazake
ähnlich.
Nigorizake ist jedoch meist viel kräftiger und hat viel Süße
und Säure.
Wie der Namazake so enthält auch der Nigorizake durch die Reisteilchen
noch viele Mikroorganismen. Was ihn sehr empfindlich macht, er muss wirklich
kontinuierlich gekühlt und schnell getrunken werden.
Wenn Nigorizake wie der Namazake nicht pasteurisiert wird, dann heißt
er kassei seishu. Das bedeutet aktiver Sake oder lebendiger
Sake und bezieht sich darauf, dass die Hefe und die Enzyme darin
alle noch lebendig sind und weiter fermentieren. (Es muss wohl nicht extra
erwähnt werden, wie besonders kühl und kurz dieser Sake dann
ungetrunken stehen sollte.)
Vor der Entwicklung der modernen Sake-Filter-Technologie war übrigens
aller Sake Nigorizake.
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