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Die beiden Methoden dauern länger und sind arbeitsintensiver, als
die heute meist gebräuchliche Sokujo-Methode (schnelle Fermentation).
Es wird keine Milchsäure hinzu gegeben, sondern man wartet, bis diese
sich von selbst bildet. Bei diesem Prozess kommen mehr wilde Hefen, Enzyme
und Bakterien aus der Luft ins Spiel, was gefährlich ist, weil die
Maische so außer Kontrolle geraten könnte.
Die Kimoto-Methode ist die ältere der beiden. Der Name bedeutet
lebendige oder rohe Moto (Startermaische). Die
Yamahai-Methode wurde eine Nachfolgermethode, nachdem man herausfand,
dass man einen sehr arbeitsintensiven Schritt der Kimoto-Methode auch
weglassen kann. Nämlich das Stampfen der Startermaische, um den Koji-Schimmel
zur Enzymproduktion anzuregen. Yamahai bedeutet soviel wie mit dem
Stampfen aufhören.
Sake, deren Startermaische nach einer von beiden Methoden hergestellt
wurde, hat meist einen reichhaltigen, vollen Geschmack mit recht viel
Süße und Säure. Er stellt einen interessanten Gegensatz
zum Trend zu leichtem und klarem Sake dar.
Amazake
Amazake wird hier nur erwähnt, weil viele danach fragen und er sich
so anhört, als wäre er Sake. Amazake ist jedoch kein Sake. Es
ist eine Art Reisbrei aus Reis, Wasser und Koji. Der Koji-Schimmel wandelt
die Stärke in Zucker um. Es wird jedoch im unterschied zum Sake-Brauprozess
keine Hefe hinzugefügt, die diesen Zucker in Alkohol umwandelt. Also
hat Amazake keinen Alkohol. Amazake wird gerne mit heißem Wasser
verdünnt getrunken. Es ist leicht süß und ein sehr gesundes
und beliebtes Getränk in Japan.
Doburoku
Doburoku bedeutet roh, nicht gesiebt oder auch nicht
verfeinert, unkultiviert. Im Prinzip ist es eine sehr grobe Sorte
Nigorizake. Doburoku wird für rituelle Zwecke in Shinto-Schreinen
hergestellt. Bei manchen japanischen Festen, die mit der Shinto-Religion
in Zusammenhang stehen (und das sind viele�) wird es auch erlaubt, eine
gewisse Menge an Doburoku zu Hause zu brauen. (Was sonst in Japan verboten
ist.) Doburoku ist dickflüssig wie Porridge, etwas süß
und sehr roh und ursprünglich.
Jizake
Ji bedeutet regional. Jizake ist Sake, der in einer
lokalen, meist kleineren Brauerei hergestellt wurde.
Der Begriff dient dazu, diesen Sake von den großen, überregionalen
Brauereien und Marken abzusetzen. Er beinhaltet auch, dass der verwendete
Reis und das Wasser aus dieser Region stammen. Und meistens verbindet
man mit Jizake auch den Einsatz traditioneller Braumethoden.
Früher war Jizake dann auch nur in dieser einen eigenen Region erhältlich.
Dies hat sich jedoch verändert, da Jizake durch seine oft hohe und
individuelle Qualität sowie einen Trend zurück zu den
Wurzeln sehr beliebt geworden ist. Mittlerweile sind für viele
Jisake-Sorten auch landesweite Distributionskanäle entstanden.
Kijo-shu
Das Wort Kijo-shu bedeutet kostbar hergestellter Sake.
Beim Kijo-shu wird die Hälfte des Wassers, das man zum Sake-Brauen
verwendet durch Sake ersetzt. Kijo-shu wird normalerweise einige Jahre
gereift und hat Ähnlichkeit mit Portwein. Er ist schwer und süß
und wird normalerweise als Aperitif serviert.
Muroka
Mu bedeutet Nicht und roka ist das Filtern
mit Aktivkohle. Sake mit der Bezeichnung Muroka wurde also nicht
mit Aktivkohle gefiltert. (Nicht zu verwechseln mit Nigori-zake, der noch
Reste des Bodensatzes erhält und in diesem Sinne ungefiltert ist.)
Muroka kann ein ein bisschen volleres Geschmacksprofil haben. Muss sich
aber an sich nicht unbedingt von kohle-gefiltertem Sake unterscheiden.
Je nachdem, welches Wasser verwendet wurde und wie der Brauprozess verlaufen
ist, ist Kohlefilterung nicht nötig.
Nihonshu
Das Zeichen für Sake bedeutet im Japanischen eigentlich
nur Alkohol und man kann es für alle alkoholischen Getränke
im Allgemeinen verwenden. Außerhalb Japans ist es ziemlich eindeutig,
dass mit dem Wort Sake der Sake gemeint ist, über den
wir die ganze Zeit reden.
Wenn man jedoch innerhalb Japans den Sake, über den wir die ganze
Zeit reden von den restlichen alkoholischen Getränken differenzieren
möchte, dann sagt man Nihonshu.
Es bedeutet soviel wie der Sake Japans oder der Alkohol
Japans und dann ist alles klar.
Premium-Sake
Premium-Sake umfasst sechs verschiedene Sake-Typen (mit zwei weiteren
Untergruppierungen): Junmai, Honjozo, Ginjo, Junmai Ginjo, Daiginjo und
Junmai Daiginjo. Sie wurden entwickelt, um Sake höherer Qualität
vom Standard-Sake (Futsushu und Sanzoshu) abzusetzen.
Ein wichtiges Qualitätskriterium sind die erlaubten Zutaten. Bei
Standardsake werden aus oft große Mengen an Alkohol, Zucker und
Säuren hinzu gegeben, um die Produktionsmenge zu steigern und die
Kosten niedrig zu halten. Die Premium-Sake-Sorten bestehen nur aus den
Zutaten, aus denen Sake bestehen soll, nämlich aus Wasser, Reis,
Koji und Hefe. Bei der einen Hälfte der Sake-Typen ist der Zusatz
einer geringen, reglementierten Menge an Brauereialkohol am Ende des Gärungsprozesses
erlaubt. Der Alkohol dient in diesem Falle nicht dazu, den Alkoholgehalt
des Sake zu erhöhen. Sondern zum Lösen feinster Geschmacksstoffe
aus den Reisresten, die danach herausgepresst werden und sonst verloren
gingen.
Das zweite Qualitätskriterium ist die Polierrate des Reises. Je
höher sie ist, umso verfeinerter ist der Sake. Die Skala für
die sechs Premium-Sake-Typen geht von mindestens 70% über mindestens
60% bis zu 50% und mehr für die allerhöchste Qualitätsstufe.
Das dritte Kriterium für die Qualität ist der Einsatz von Sorgfalt,
Handarbeit und niedrigeren Temperaturen im Brauprozess.
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